Wie findest du Wertmaßstäbe in der Musik, wann empfindest du eine Darbietung als gut ?
B.T.: „Was ist gute Musik? Das ist sehr relativ. Für mich muss gute Musik authentisch sein und eine Aussagekraft haben, mich berühren, ein Geschichte erzählen, das ist schon alles. Ein musikalischer Eindruck ist immer sehr subjektiv und hat viel mit meinen eigenen Hörgewohnheiten zu tun. So kommt es nicht selten vor, dass mir eine Musik, die ich noch vor einem Jahr ziemlich unbedeutend fand, plötzlich meine volle Beachtung findet.
Es macht für mich auch immer einen großen Unterschied, ob ich aktiv musiziere, also die Musik, die ich höre, auch gleichzeitig selber produziere, oder mich als Konsument in einem Konzert befinde oder eine CD anhöre. Bei meiner eigenen Musik bin ich viel kritischer, da geht es ja auch nicht nur um eine bestimmte musikalische Aussagekraft, da geht es viel mehr um eine persönliche Entwicklung und Auseinandersetzung mit mir selbst. Ansonsten versuche ich, meine Ohren offen zu halten und nicht dem Fehler zu unterliegen, jede Note gleich werten zu wollen. Vorurteilsfreies hören kann auch eine Kunst sein.“